DORF

Der Stadtteil Dörsdorf

Dörsdorf ist mit einer Höhenlage von 400 bis 430 m der höchstgelegene Stadtteil Lebachs und der höchstgelegene und zugleich nördlichste Ort des Kreises Saarlouis. Die das Dorf umgebenden Bergkuppen haben eine Höhe von 440 bis 480 m. Vom ihrem vulkanischen Ursprung zeugen die Melaphyrrauschen in den Wäldern auf ihren Abhängen, die ehemaligen Melaphyrsteinbrüche auf der Höhe der "Starz" und das Naturdenkmal "Krummer Stein".

Das Naturschutzgebiet "Steinbachaue bei Dörsdorf", die Dörsdorfer nennen den Bach "Waldbach", zeichnet sich durch eine Vielzahl seltener Pflanzenarten aus.

Der Blick von Süden auf Steinbach im Tal und darüber Dörsdorf auf der Höhe gehört sicher zu den reizvollsten Landschaftsansichten im Saarland.

Der Dörsdorfer Bann gehört zum Naturpark Saar - Hunsrück. Der Dörsdorfer Rundwanderweg führt vom Dorfplatz in der Ortsmitte aus auf einer Strecke von 5 km durch kleine Wälder und offene Parklandschaft rund um das Dorf. Fast steigungslos, eignet er sich besonders auch für Wanderer, die auf Herz und Kreislauf Rücksicht nehmen müssen. Nahe des Rundwanderweges liegen die Aussichtspunkte "Belz", "Starz", "Schützenhaus" und "Krummer Stein".

Der mundartliche Name "Dächderch" entspricht der auf alten Karten zu findenden Bezeichnung "Dersters" und ist sicher annähernd die ursprüngliche Form des Ortsnamens. Erste schriftliche Zeugnisse liegen aus dem 13. Jahrhundert vor. Zu vermuten ist jedoch, dass die Anfänge der Siedlung in die keltisch - römische Zeit zurückreichen. Brandgräberfunde in der Deckschicht der "Starz" und der nachgewiesene Standort einer ehemaligen Villa rustica in der Nähe des Dorfes weisen darauf hin, dass in landschaftlich beherrschender Höhenlage und in der Nähe einer Römerstraße sehr früh Siedlungsanfänge bestanden. Alte römische Ackerbauterrassen finden sich auf dem Südostabhang der "Schnau". Bis kurz vor der Französischen Revolution zu Lothringen gehörend, lag Dörsdorf direkt an der Grenze zu Kurtrier.

Über Jahrhunderte waren die meisten Familien "Leute" der Herrschaft Dillingen. Pfarrlich gehörte Dörsdorf bis 1913 zu Thalexweiler, ab dann zu Steinbach. Es besitzt jedoch seit 1964 eine eigene Filialkirche "Maria Königin".

Das heutige Dörsdorf mit ca. 1400 Einwohnern entstand aus dem Zusammenwachsen des alten Bauerndorfes "Dächderch", das z. B. um 1740 nur 17 Häuser zählte, und einer ab 1820 entstandenen Ansiedlung vermutlich ehemaliger Beschäftigter der zum Erliegen gekommenen Eisenindustrie des vorderen Hochwaldes, denen die damalige Gemeinde Dörsdorf Gemeindeland am Südosthang der "Starz" als Baugelände zur Verfügung stellte und damit eine neue Heimat ermöglichte. Eine sehr rege Bautätigkeit nach dem 2. Weltkrieg verdoppelte zwischen 1945 und 1997 die Einwohnerzahl.

Die örtliche Infrastruktur kann mit einigen Geschäften, Apotheke, Arztpraxis, drei Gasthäusern, Grundschule und Kindergarten, Mehrzweckhalle und einigen Vereinshäusern als vergleichsweise gut bezeichnet werden.

15 Vereine entfalten ein reges dörfliches Vereinsleben und bieten auch der Jugend vielfältige sportliche und auch musikalische Betätigungsmöglichkeiten.

Zwei große Feste sind zur Tradition geworden und erfreuen sich ständig steigender Beliebtheit: das Hexen- und Maifest des Obst- und Gartenbauvereins und das Dörsdorfer Höhenfest, ein Dorffest, das im August von zehn Vereinen auf dem Dorfplatz veranstaltet wird.


Historie



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